Samstag, 15. September 2012

Probebergbesteigung

Den Namen dieses Posts habe ich aus zwei Gründen gewählt:
Erstens, weil drei mal der Buchstabe B und drei mal der Buchstabe G darin vorkommt. Ja, solche Dinge freuen mich. Zweitens, weil er unsere heutige Aktivität ganz gut beschreibt.

Endhaltestelle: Wanderstartpunkt
Eigentlich wollte ich mich heute alleine mit einer befreundeten Toukai-Studentin treffen, die mit unserem Besucherprogramm im März für einen Monat in Berlin war. Doch wegen der ein oder anderen Planänderung kamen nachher doch alle fünf Mädchen mit und wir sind etwas verzögert von unserer Bahnstation aus nach  大山 Ōyama gestartet, das ist ein nahes Gebirge, auf das wir von der Uni aus schauen können. Weil wir aber nicht komplett bescheuert sind, sind wir zwei Stationen mit der Bahn gefahren. Anschließend haben wir uns in den Bus gesetzt und sind schon ein gutes Stück den Berg hochgefahren.

Von da an hieß es allerdings Bergwege und Treppen kraxeln - was für die anderen leichter gesagt als getan war, weil wie schon erwähnt alle etwas angeschlagen sind.

In Dunstwolken gehüllter Gipfel
Tanuki, gut getarnt.
Wir haben uns dann aber doch alle recht tapfer geschlagen. Wie das eben so ist beim Bergsteigen: Man merkt auf halbem Weg, dass man zu wenig Wasser dabei hat oder die falschen Schuhe trägt, aber hey. Die wirklich sehr schöne Umgebung hat solche Kleinigkeiten mehr als wettgemacht. Unterwegs waren immer wieder kleine Figürchen am Wegesrand aufgestellt, allerdings mit sehr unterschiedlichen Bedeutungen: Einmal gibt es die 狸Tanuki (Marderhund), ein Tier, das häufig in japanischen Fabeln vorkommt, in diesem Fall als Glücksbringer aufgestellt.
Dann gab es noch die für die Buddhisten wichtigen kleinen Mönchs-Figuren, bei denen man Geld lassen und sich etwas wünschen kann. (Meine Bilder von selbigen sind leider zu verschwommen...) Apropos Geld, bei den Buddhisten kann auf dem Weg zum und im Tempel viel Geld lassen. Da kann die katholische Kirche noch lernen, wie man seine Anhänger ordentlich schröpft.
Es sieht wenigstens so aus, als wären wir weit gewandert.
Als dann allerdings vor den Treppen zum お寺 Otera (buddhistischer Tempel) die eine Probleme mit der Atmung bekam und die andere mit ihrem Fuss, sind die beiden zusammen umgekehrt und langsam und gemütlich den Berg nach unten gestiegen, während wir anderen vier den Endgegner (steile, ungepflegte Treppen) bezwangen. Oben angekommen wurde man dafür  mit einem wunderbaren Ausblick aufs Tal belohnt.
Den Tempel an sich kann ich schlecht erklären. Bleibt nur, ihn zu zeigen.
Bewundert mich, wie ich mir vor dem Tempel die Hände reinige.
Wir hätten vom Tempel aus weiter nach oben gehen können zur nächsten, diesmal shintoistisch-religiösen Stätte, aber wir wollten die beiden schon voraus gegangen auch nicht zu lange warten lassen und waren außerdem selber auch schon ganz schon müde. Der Abstieg fiel zumindest mir wesentlich leichter als der Weg hinauf, und bald waren wir wieder an der Bahnstation und fielen ausgehungert in einen kleinen Laden zum Abendessen ein.

東海大学前駅 (wörtlich: Bahnhof v. d. Tōkai-Universiät.)
Danach haben wir uns von unserer lieben Anleiterin Y. verabschiedet und sind in die andere Richtung heimgefahren. Wundert euch übrigens nicht über die vielen Sonnenuntergangsfotos: Ich bin nicht täglich sehr lange unterwegs, es wird hier nur einfach sehr früh dunkel. (Etwa um 18 Uhr.)

Um noch mal auf den Titel zurückzukommen: K. und ich haben heute geblödelt, dass wir diesen Ausflug als Generalprobe für unsere nächsten Bergtouren werten könnten, die bestimmt härter werden. Ende September kommt uns nämlich unsere deutsche Sprachkurslehrerin besuchen, die berüchtigt dafür ist, dass sie gerne wandert und dabei forsch vorangeht. (Man hätte auch nicht weniger von ihr erwartet.)

2 Kommentare:

  1. der letzte satz gefällt mir am besten xDDDD
    musste grad ETWAS lachen xD!!!!
    grüßt sie ma von uns!
    btw. hastu ne neue tasche?
    ihr seid so erkundungsfreudig! xD
    wir gammeln hier irwie nur in unserem gebiet rum und stürmen täglich das OPA einkaufszentrum xD...aba hauptsache wir ham unsern spaß ^-^

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    1. Naja. Ist doch nur wahr. :D Jo, mach ich.
      Zur Tasche: Jein, das ist die Tasche von S, die ich im Moment benutze, weil meine einzige mitgebrachte Umhängetasche viel zu groß ist. Ich will mir aber möglichst bald (mit Ankunft der Karte) eine eigene kaufen.

      Lol, das meinte Ks koreanische Zimmernachbarin auch... halb erstaunt und halb sehnsüchtig. Das nächste Mal fragen wir sie, ob sie mitkommen will. ^^
      Ja, das ist defintiv die Hauptsache. ;) Hier ist halt nicht so viel mit Shoppen, da muss man sich anders beschäftigen. XD Und du musst bedenken, dass es für uns fünf das erste Mal Japan ist. It's all brandnew and shiny for us.

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